Die Geschichte des Swiss Horse Boot

Der Weg auf das Siegerpodest folgt wohl nur in den seltensten Fällen einer geraden Linie. Davon wissen nicht nur Spitzensportler und Top-Manager ebenso wie erfolgreiche Politiker, Bestseller-Autoren oder Filmstars ein Lied zu singen. Auch ein Produkt will erst einmal im Markt etabliert sein. Das war beim Swiss Horse Boot nicht anders. Aber der feste Glaube an eine gute Idee, Beharrlichkeit und die Bereitschaft, durch einen Rückschlag nicht im Stillstand zu verharren, führte letztlich zum Erfolg.


Wie alles begann ...

Es war eine schmerzliche Erfahrung, die den Schweizer Hubert Rohner in den 70er Jahren veranlasste, nach alternativen Hufschutzmöglichkeiten zu suchen. Sein geliebtes Pferd war an einer chronischen Huflederhautentzündung erkrankt, und schließlich war das Tier am Ende nicht mehr zu retten. So machte er sich daran, etwas Eigenes zu entwickeln. Mit viel Fantasie entstand so zunächst aus Kunststoffteilen - etwa aus Kinderspielzeug - ein Hufschuh im weitesten Sinne. Diesen testete Rohner am Pferd und verbesserte ihn stetig bis endlich 1979 mit einem speziellen Kunststoffformwerkzeug ein einsatzfähiger Hufschuh für die Praxis gefertigt werden konnte: Der "Rony Boot" war geboren.


... und wie es weiterging

Noch im selben Jahr befasste sich eine deutsche Zeitschrift mit dem Rony Boot. über diesen Fotobericht stolperte der Wiesbadener Manfred Duchscherer, selbst ein passionierter Pferdeliebhaber, der unmittelbar mit Rohner Kontakt aufnahm. Schon kurz darauf trafen sich die beiden im Graubündener Felsberg (der Heimat Rohners), um den Boot unter extremen Bedingungen mit den Haflingern des Erfinders zu testen. Man wurde sich rasch einig: Duchscherer übernahm die Exklusivvertretung und startete alsbald eine umfassende Werbekampagne für den gesamten deutschsprachigen Raum. Obwohl die Resonanz viel versprechend ausfiel, musste die Maßnahme gestoppt werden, weil sich zeigte, dass zunächst nur die Größe 0 gefertigt werden konnte. Alle anderen erforderlichen Größen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Diese Zeit ließ Hubert Rohner, der unermüdliche Bastler und Erfinder, jedoch nicht ungenutzt verstreichen. Anfang 1988 brachte er eine verbesserte Version des Rony Boot in vier Größen heraus. Und auch der Name war neu: "Swiss Horse Boot" sollte der Hufschuh fürderhin heißen. Viele Kenner nennen ihn heute nur noch kurz "SHB".


Auf und Ab

Die Erfolgsstory des SHB nahm einen viel versprechenden Anfang: Durch einen Eigentest überzeugte sich die Schweizer Armee von Einsatzfähigkeit und Praxistauglichkeit und orderte rund 1000 Boots.

Fast zum gleichen Zeitpunkt kreuzten sich die Wege der Herren Rohner und Duchscherer erneut, und wiederum wurde man sich schnell einig, dass D. die Exklusivvertretung für Deutschland und die BeNeLux-Staaten übernehmen sollte. Umgehend richtete der ein großes Lager in Wiesbaden ein und gründete die unabhängige Firma "Swiss Horse Boot".

Voll überzeugt von den Qualitäten des SHB begann Manfred Duchscherer mit der öffentlichkeitsarbeit. Der unabhängige Test eines anerkannten Magazins konnte hilfreich sein. Endlich, Anfang 1989 erklärte sich die Zeitschrift "Freizeit im Sattel" (FS) zu einem Test bereit. Aber schon nach kurzer Zeit der Rückschlag: Die FS-Redaktion teilte Duchscherer den Testabbruch mit. Bezogen auf die Halterung sehe man keine Chance für den Boot in der jetzigen Form.

Davon ließen sich Rohner und Duchscherer jedoch nicht entmutigen. Unermüdlich wurden neue Halterungen getestet. Zunächst fand der Schweizer eine Lösung, die aber alsbald wieder ausschied, weil sie nur auf dessen Haflingern funktionierte. Parallel testete auch der Deutsche zusammen mit seinem damaligen Geschäftspartner Christoph Naumann fast Tag und Nacht weiter. Schließlich fanden sie eine Lösung, die sich auf unterschiedlichen Pferdetypen bewährte.


Ein neuer Anlauf

Duchscherer schaffte es, die vorerst skeptische Redaktion von "Freizeit im Sattel" zu überzeugen, den SHB nun noch einmal zu testen. Im September 1989 war der Test abgeschlossen und wurde noch im gleichen Monat veröffentlicht. Der Swiss Horse Boot erreichte das beste Testergebnis, das je ein Pferdeschuh erzielen konnte. Und das bedeutete den Durchbruch.

Die neue Halterung hatte nun quasi über Nacht den weiteren Erfolgsweg des SHB geebnet. Bis heute wird sie in abgewandelter Form verwendet. Swiss Horse Boot Wiesbaden entwickelte dennoch weiter. Bald wurde die bisherige Metallschnalle durch eine schwedische Sicherheitsschnalle aus Kunststoff und ein neues Riemenmaterial ersetzt.

Bereits 1991 schwappte der Erfolg auch über den Atlantik. In diesem Jahr gründete Swiss Horse Boot Wiesbaden eine Tochterfirma unter gleichem Namen in Los Angeles.

Bis heute ist der Erfolg ungebrochen. Das beweisen unzählige unabhängige Tests aus denen der Swiss Horse Boot stets als hervorragender Sieger hervor ging. Auch fachkundige Buchautoren nahmen sich den Siegerstiefel zum Thema. Das Bekanntesten erscheint im Verlag Müller Rüschlikon: "Hufschuhe; Die Alternative zum Hufbeschlag" von Birgit van Damsen und Romo Schmidt, welcher auch die im Buch genannten Tests durchführte.





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